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Günter Brus

Zerreißproben

GALERIE CURTZE
 26.09. - 10.11.07

Vernissage: am Mittwoch, 26. September 2007, 18:30 Uhr


Günter Brus,
Actionism Portfolio:
"Zerreißprobe",
1970,
12-teilige Serie von Farbphotographien auf Karton,
60 x 50 cm.

Aktionistische Portfolios, Vintageprints, Zeichnungen und ein Video

Mit der Ausstellung "Zerreissproben" möchte Heike Curtze einen wesentlichen Aspekt im Werk von Günter Brus hervorheben, der sich seit über 40 Jahren durch alle seine Werkphasen zieht. Dieser Aspekt ist mit dem von Brus selbstgewählten Titel "Zerreissprobe" für seine letzte Aktion 1970 wohl am besten beschrieben - Brus immer wieder kehrende Suche sowohl nach formaler als auch nach physischer Auflösung.
Vintage-Abzüge, eine Fotomappe und ein Video dieser Aktion bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung und zeigen Brus letzte und expressivste Aktion, in der er durch Selbstverletzung einen dramatischen Endpunkt in seinem aktionistischen Werk setzt.
Ergänzt wird die Präsentation mit informellen Tuschzeichnungen, die bereits in den 60er Jahren entstanden. Diese zeigen Brus Drang nach formaler Auflösung. Mögen teilweise noch figurative Elemente als Ausgangspunkt gedient haben, so löst er diese in spröder Abstraktion auf.
Nach seiner letzten Aktion setzt Brus seine "Zerreissproben" in seinem zeichnerischen Werk fort. Er ringt nächtelang im Zeichnungsrausch mit Farben und Formen und führt den Stift weiter wie einst die Rasierklinge in den performativen Arbeiten.
Die Durchsetzung des Wiener Aktionismus ist gewiss der herausragendste Eckpfeiler in der nahezu 30jährigen Geschichte der Galerie Heike Curtze. Die Arbeit seiner Protagonisten Günter Brus, Hermann Nitsch und Arnulf Rainer wird bis heute von der Galerie begleitet und international betreut. Aktuell werden Arbeiten (zB. „Selbstbemalung“) von Günter Brus noch bis 7. Oktober 2007 im Getty Museum in Los Angeles unter dem Titel „Evidence of Moment“ ausgestellt.

Über 60.000 Zeichnungen stellte Günter Brus bisher in allen großen Kunsthäusern dieser Welt aus; in Salzburg zeigte Heike Curtze während der Festspielzeit 2007 selten gesehene Arbeiten aus den frühen 70ern und 80ern. Neben diesen kleinformatigen Raritäten liegt bei Heike Curtze die exquisite Sonderausgabe des GÜNTER BRUS PORTFOLIOS auf.
"Die gute alte Zeit“ lautet der Titel der poetisch-ironischen Biografie von Günter Brus. In der Überzeugung, nicht der Boxer, sondern der Zuschauer sei besonders besetzt von einem extraordinären Aggressionspotential, erzählt Günter Brus in poetischen Kompositionen und scharfem Witz von seinen Zeitgenossen und über die Exilierten, die Österreichs Kunst international gemacht haben. Die Niederschrift dieser Erinnerungen hat Brus zu einer Folge von 20 Aquarellen inspiriert - eine von ihm selten verwendete Technik - die an seine hintergründig-naiven Zeichnungen der 70er Jahre anschließen. Jedes dieser Aquarelle (24x30 cm) liegt in einer schwarzen Leinenkassette, ergänzt durch die Hör-CD "Die gute alte Zeit" (CD, mp3 von col-legno, Text gelesen von Bernd Jeschek, mit von Günter Brus ausgesuchter Musik aus dem col legno Katalog) sowie einer Vorzugsausgabe zum Sonderpreis von € 3.800,-.