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Günter Brus

 


 GALERIE CURTZE
 

 




"Nervöse Stille am Horizont – Quietud nerviosa a l`horitzó"
MACBA Museo dÁrt Contemporani de Barcelona

Pressestimmen zur Einzelausstellung von Günter Brus im MACBA in Barcelona

Vom 12. Oktober bis 15. Januar wurde das Werk von Günter Brus erstmals einem großen spanischen Publikum jenseits der Expertenkreise bekannt gemacht. Das MACBA (Museum für zeitgenössische Kunst, Barcelona) zeigte in seinen Räumen eine von der Kuratorin Monika Faber gestaltete Retrospektive der Arbeiten des Künstlers - frühe Informel-Arbeiten waren dabei ebenso zu sehen wie große Bilddichtungen. Besonders beeindruckt zeigte sich das spanische Publikum aber vom Bildmaterial zum Aktionismus, was auch deutlich aus den Pressestimmen ersichtlich war. Kaum ein Artikel versäumt, die "radikal provozierenden" (El País) Aktionen als Zeichen einer "autodestruktiven Kunst" (El Mundo) zu interpretieren. Nicht weiter verwunderlich, blickt man auf die soziokulturellen Bedingungen Spaniens zur Zeit der Entstehung der Aktionen und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Allgemeinen. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch zu erwähnen, dass das Museum Reina Sofia in Madrid eine Fortsetzung der Ausstellung in den Räumen des Museums ablehnte. Dies hat wohl nicht unwesentlich mit der Tatsache zu tun, dass in Madrid die konservative Partei mit zu entscheiden hat. Dass diese Maßnahme eher politischer Natur zu sein scheint und nicht mit dem Interesse des Publikums in Verbindung gebracht werden sollte, veranschaulicht die Tatsache, dass das MACBA in Barcelona die Ausstellung um rund 1 Monat verlängerte und eine der höchsten Besucherzahlen seit Bestehen des Museums verzeichnen konnte.

Erfreut zeigten sich Presse und Publikum auch über Arbeiten, deren Texte und Bilder in spanischer Sprache gehalten sind. Der Spanienbezug des Künstlers wurde mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Vor allem aber die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Werk Francisco Goyas, die sich nicht nur explizit in einigen Bilddichtungen offenbart, fand beim spanischen Publikum Gefallen und wurde in beinahe jeder Presseaussendung erwähnt. Die Ausstellung verzeichnete nicht nur einen Besucherrekord, sondern wurde auch von den Medien umfassend und zum Teil in ausgesprochen anspruchsvollen Artikeln kommentiert.