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Denise Green

Ink Figures


 GALERIE CURTZE
 21.10.2005 - 14.01.2006

 

Vernissage: am Donnerstag, den 20. Oktober 2005, um 19:00 Uhr



Und wenn sie miteinander sprechen können, so werden sie in der Regel doch wohl von diesen Schatten reden, die da auf ihrer Wand vorübergehen. Platon, Politeia, 7. Buch.  

Wir freuen uns, Ihnen eine neue Künstlerin in unserem Galerie-Programm vorstellen zu können. Die Amerikanerin Denise Green zeigt „Ink Figures“  - Arbeiten aus den 70-er Jahren, ihrer „New Image period“.
Angeregt durch die Beschäftigung mit indischer Kunst und der Kunst der Aborigines, entwirft Green ein neues Konzept für eine subjektive Kunstausübung und Kunstkritik. Ermutigt wurde Green auch durch die Arbeiten Joseph Beuys und Joel Shapiro. Beuys´ Werk lernt Sie Mitte der 70-er Jahre in der Ausstellung „New Image Painting“ im Whitney Museum kennen.
Ihre Kunstausübung wird auch immer durch theoretische Schriften begleitet. An dieser Stelle möchten wir auch auf die unten angeführte Buchpräsentation „Metonymy“ in der Albertina hinweisen. In der Auseinandersetzung mit Walter Benjamin und Clement Greenberg, den beiden „Päpsten“ der Kunsttheorie, entwirft Green ihr eigenes Konzept.
Die in der Ausstellung gezeigten Tuschzeichnungen machen Greens klare, reduzierte Bildsprache deutlich.
Mit Tusche erarbeitet Sie in Umrissen oder Schraffuren Bildserien, deren Metaphorik und Anklänge an Mythen, in Bildtiteln als auch in den Bildgegenständen wirken.
Es ist Greens Kunst mit einigen Strichen einen Gegenstand in eine seltsame, entrückte Atmosphäre zu tauchen – ihm eine archetypische Bedeutung zu geben; so als hätte ihn der Betrachter in einem Wachtraum schon einmal so klar erlebt und in all seiner Poesie erfasst.
Greens Beitrag kann im Hinblick auf die reine Fokussierung in Richtung „westliche“ Kunst nicht hoch genug eingeschätzt werden und unterwandert sanft einen auf Fortschritt und Globalisierung fixierten Weltentwurf – setzt dem einen unprätentiösen, subjektiven Ansatz entgegen.
Diese Arbeiten wurden schon 1978 im Guggenheim und 1979 im Whitney Museum gezeigt; ein Konvolut dieser Tusch-Zeichnungen wurde 2003 vom Museum of Modern Art, New York, angekauft.

Wie schon weiter oben angemerkt, möchten wir Sie auf die Buchpräsentation von Denise Greens "Metonymy in Contemporary Art" hinweisen.
Sie findet am 2.November um 18:00 im Audienzsaal der Wiener Albertina statt.