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"Junge Positionen“

Tom Fruin, Stephanie Pflaum, Petra Sterry


 GALERIE CURTZE
 ab 26.09.2005

 

 



"Junge Positionen“  präsentiert drei KünstlerInnen aus unserem Galerie-Programm erstmals in unserer Berliner Galerie. Es sind im Ansatz ganz unterschiedliche künstlerische „Positionen“, deren Konsequenz überzeugend einen Bogen von fragilen „Cutter “- Zeichnungen Petra Sterrys, über Tom Fruins  „drug-bag-pieces“ bis zu überbordenden Assemblagen von Stephanie Pflaum spannt.

Der in den USA bereits sehr erfolgreiche Tom Fruin ist mit seinen “flags“  vertreten - genäht aus gefundenen drug bags und Fundstücken seiner Suche in der Subkultur. Fruin konfrontiert den Betrachter mit einem sehr aktuellen, gesellschaftlichen Tabuthema und setzt sich mit dem Thema Sucht auseinander. Er hält uns - ohne zu moralisieren - einen Spiegel unserer Abhängigkeiten vor. Bei all der Trostlosigkeit  des Themas schwingt die Schönheit mit, die ihren Reiz aus dem Gegensatz zwischen ruinösem Lebenslauf und den Zeugen ekstatischen Erlebens bezieht.

Die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur lotet Stephanie Pflaum in Ihren Installationen aus. Wir finden uns zuerst in einen wirren Assemblage aus Plastikbukkets, Haarteilen und anderen ironische Details, jeweils Anklänge an die Klassische Malerei, die sich jedoch bei genauer Betrachtung, als genau konzipert erweist. Betroffen oder Unterhalten – immer lässt uns Pflaum zwiespältig zurück und verweist auf den Voyerismus des Betrachters. Jedes Objekt steht auch für sich – zitiert und paraphrasiert mit Keilrahmen, Tropfspuren, Farbkeilen oder einge-trockneten Pinseln eine klassische Formensprache.

Die Bleistift-Zeichnungen und Leinwände von Petra Sterry lassen Bezüge zu Psychologie und Literatur herstellen und sind formal reduziert. Petra Sterry beschränkt sich in der Darstellung der Gegenstände auf den Kontrast zwischen Graphit und der weißen Fläche des Blattes (oder in den Leinwandarbeiten – auf den Kontrast zwischen Konturen und dem monochromen Hintergrund).  Die Leerräume bilden einen wesentlichen Bestandteil. In der Serie „Leichenkleider“ reduziert Sterry die Zeichnung auf „Verletzungen“ der Papieroberfläche mit einem Cutter. Zusätzlich liefern lapidare Titel und Texte in den Zeichnungen weitere Hinweise zur Auslegung, deren Assoziationen zu Tod oder Leere feinsinnig bis ironisch gegen Allüren der Betroffenheit anspielen.