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Christian Ludwig Attersee

Ballfleisch
Bilder 1995 - 2005


 GALERIE CURTZE
 14.09. - 15.10.2005

 

Vernisage: am Dienstag, den 13. September, um 17.30 Uhr



HERBSTLICHT

Drunt in des Halses Wurzeln
Haust mein Fabrik, mein Keim
Und herbstens wenn ich schände
Tritt Gott durchs Knopfloch ein

Spitzohrig trauben Schäume
Das Herz jetzt weit, sehnt zart
Der Adern Bucht voll Träume
Mein reißend Fleisch schwillt hart

Im Zopfgeschmack kreist Zunge
Der Strand heißt zuckend Land
Ja herbstens wenn ich schände
Ins Blut selbst krallt die Hand

Glänzt Fleisch, wundfrisch von Bräuten
Gleich Korn in Sonn wird Glut
Von Almen Glocken läuten
Solch Licht mein Herz tut gut

Attersee malt, was er begehrt

 

Aus Attersees Gedicht RAT UND ZIER

(Fassung August 2005)


Christian Ludwig Attersee zählt mit Baselitz, Lüpertz und Immendorff zu den Gründerfiguren und Vorreitern der sogenannten "Neuen Malerei". Das spezifisch Österreichische kann der an der Universtität für angewandte Kunst in Wien lehrende Attersee jedoch nicht verleugnen: Hintergründige Ironie und ein unverwechselbarer Sprachwitz in der Betitelung sowie ambivalente Bedeutungen von Motiven erinnern daran, dass Attersee in jener Stadt arbeitet in der Sigmund Freud sein Epochenwerk über den Witz geschrieben hat. Die Außergewöhnlichen malerischen Fähigkeiten Attersees verweisen darüber hinaus auf die vitale Kontinuität eines malerischen Expressionismus und dessen österreichischen Hauptvertreter Oskar Kokoschka.

Quelle: Einladung des BA-CA Kunstforums